Lasst die Kinder spielen!

In meiner Erinnerung sind meine Schwester und ich mit unseren Freunden ständig alleine draußen gewesen und haben gespielt. Ohne Unterbrechungen. Ohne, dass meine Mama dazwischen gerufen hat „bau das doch lieber da drüben“ oder ähnliche Anweisungen.

Heute, da ich selbst Mama bin, muss ich mich ganz oft bremsen, damit ich meinen Sohn so spielen lasse, wie er das möchte. Kinder die für sich spielen dürfen, entwickelt mehr Fantasie im Spiel und kommen leichter in den so genannten „Flow„. Ich bemühe mich, nur dann einzugreifen, wenn er etwas Gefährliches vorhat. Man kann ihm dann richtig zusehen, wie er in seiner Welt versinkt.

Weltmeere & Kettenbagger

Aus unserem Rasen wird regelmäßig das große Meer (wie im Urlaub, Mama, weißt!). Die Polsterauflagen sind dann vielleicht Boote, nächstes Mal verlegt er damit schon wieder „tektonische Platten“. Für mich ist das oft auf den ersten Blick nicht zu sehen, ich frage auch immer nach, weil er vor Ideen nur so sprudelt. Für ihn macht jedenfalls alles Sinn und jedes Ding findet seinen Platz.

Spielen fördert Autonomie & Bindung

Das freie Spielen begünstigt außerdem die beiden Entwicklungen von Autonomie und Bindung. Dürfen Kinder selbst entscheiden, was sie spielen möchten und können sie sich diesem Spiel eine zeitlang widmen, wird dadurch das Autonomieerleben gefördert. Bei Babys ist es wichtig, dass auf Quengeln oder gar Weinen sofort reagiert wird. Das Baby meldet sich damit und sucht die Bindung zur Mama / Papa. Denn alleine kann es sich aus seiner Spielsituation ja noch nicht lösen. Reagiert die Bezugsperson darauf, wird das Bindungsverhalten gestärkt.

Die Dauer des freien Spiels ist dabei ganz unterschiedlich und muss auch nicht künstlich verlängert werden. Das können anfangs fünf Minuten sein und später auch mal eine halbe Stunde. Jedes Kind ist unterschiedlich und daher kann die Dauer des alleine Spielens sehr variieren. Auch das Temperament des Kindes spielt dazu eine wichtige Rolle.

Wie sich das Spiel im Entwicklungsverlauf ändert, dazu wird es demnächst einen Artikel geben.

Ein Kommentar:

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